Käse aus Holland

Mit Ausnahme der Schweiz ist wohl international kein Land so bekannt für seinen Käse wie Holland. Egal ob zum Frühstück, mittags oder abends: Käse ist in diesem Land allgegenwärtig. Die Käseherstellung hat in den Niederlanden eine lange Tradition und es wird vermutet, dass es bereits einige Jahrhunderte vor Christus Käseherstellung in Holland gab.

Insbesondere die Friesen stachen hervor und bereits Kaiser Karl der Große (768-814) machte die Friesen zu seinen Hoflieferanten. Schon im Mittelalter lieferten die Holländer Käse in die Nachbarländer und Käse wurde sogar als Zahlungsmittel eingesetzt.

Käse aus Holland
Im deutschen Supermarkt gut vertreten: Hollands Käsesorten (c)

 

Geschichte des Käsehandels

Käseherstellung und -handel haben in den Niederlanden gute Bedingungen vorgefunden. Die traditionell guten Weidegebiete und die ausgiebige Viehaltung, sowie findige Bauern und die gute Erschließung des Landes mit Wasserwegen lösten früh einen erträglichen Handel aus.

Einige Städte erhielten bald das Recht einen Käsemarkt abzuhalten, zunächst Haarlem (1266) und später Amsterdam (1270) und das berühmte Alkmaar (1365). Besonders der Käsemarkt von Alkmaar (Alkmaarse Kaasmarkt) in Nordholland ist noch heute eine touristische Attraktion. Der Markt wird von jedem ersten Freitag im April bis zum ersten Freitag im September abgehalten und folgt strengen Regeln. Es wird mit Käsebohrer getestet, probiert und gefeilscht.

Gouda und Leerdamer werden dann von den weiß gekleideten Käseträgern mit bunten Strohhüten transportiert. Seit 1593 sind die Käseträger Mitglieder in vier Gilden und diese sind an Hand der Farbe ihrer Hüte erkennbar. Wer den Käsemarkt besucht, der sollte auch das Holländische Käsemuseum am Marktplatz (ehemaliges Waaghaus).

 

Verschiedene Sorten

In den Niederlanden gibt es noch weitere Orte mit Käsemärkten (wie etwa der Edamer Käsemarkt der jeden Mittwoch zwischen Juli und August stattfindet sowie ähnliche in Gouda, Hoorn und Woerden), aber der in Alkmaar ist und bleibt der bekannteste unter ihnen. Über die Industrielle Revolution entwickelte sich auch die Käsewirtschaft hin von der bäuerlichen Produktion zu einer Käseindustrie. Aber noch heute ist der Boerenkaas eine besondere Käseart, die von Kennern sehr geschätzt wird.

Der traditionell hergestellte Boerenkaas wird aus frischer Milch hergestellt, es gibt ihn in verschiedenen Reifegraden und man sollte diesen unbedingt einmal probiert haben. Sehr zu empfehlen ist auch der Meikaas, der recht hell ist und besonders sahnig schmeckt. Hierfür wird die erste Milch nach dem Winter verwendet. Käse aus dem Winter nennt man Hooikaas.

Die bekanntesten niederländischen Käsesorten sind der Gouda sowie der Maas- und der Leerdamer. Der Gouda wird gerne unterteilt in jung, mittelalt (ab 2 Monaten) und Old Amsterdam (ab 1 Jahr Reife). Aus Edam kommt der beliebte Edamer Käse, beliebt ist auch der Friesekaas. Mittlerweile gibt es auch holländischen Ziegen- und Schafskäse.

Mitunter werden auch Kräuter, Kümmel oder andere Gewürze oder Nüsse beigefügt. Der Kreativität der Holländer sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Etwas ganz besonderes ist auch der Graskaas von Beemster, der bekannten Käserei in Nordholland.

Nach dem Winter gehen die Kühe im Frühjahr wieder auf die Weide, die erste Milch ist dann besonders lecker und macht auch einen hervorragenden cremig-milden Schmelz. Im Handel erhält man diesen seltenen und leckeren Käse aber nur in der Zeit von Mai-Juni.

 

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