Flevoland

Wer sich heute „trockenen Fußes“ durch Flevoland bewegt, durchstreift nicht nur ehemaliges Nordseegebiet, sondern befindet sich zudem in der jüngsten Provinz des Landes. Erst am 1. Januar 1986 wurde das Gebiet eine gleichberechtigte Provinz der Niederlande.

Vorausgegangen war eine der größten Landgewinnungsinitiativen, die bis heute international Bewunderung und Anerkennung hervorruft. Die Niederländer haben dabei ein Gebiet etwa so groß wie das Saarland (!) dem Meer abgewonnen.

leuchtturm Urk
Leuchtturm von Urk

 

Der jüngste Teil der Niederlande

Die Idee dem IJsselmeer bzw. der Zuiderzee Land abzugewinnen war dabei nicht neu, sondern geht bereits weit in die Vergangenheit zurück. Die Zuiderzee war eine flache Bucht der Nordsee, und genau heute liegt hier die Insel Flevoland, die allerdings durch schmale Gewässer und Kanäle vom Festland getrennt sind.

Diese schmalen Reste der Zuiderzee heißen Gooimeer, Veluwemeer, Drontermeer und Ketelmeer. Sie sollen den ehemaligen Küstenorten einen Zugang zum Meer erhalten, dienen aber auch dem Grundwasserspiegel. Wie an vielen Stellen in Holland wurde hier also durch „einpoldern“ dem Meer neues Land abgerungen. Die Zuiderzeewerke sind dabei ein System von Deichen, Landgewinnungszone und Pumpen. Das Projekt sollte sowohl neue landwirtschaftliche Flächen liefern, als auch neue Land für neue Einwohner aus den dichtbesiedelten Großräumen der Randstad bilden.

Heute haben fast 400.000 Niederländer hier eine neue Heimat gefunden und gerade der Zuzug junger Familien hält noch immer an. Daher ist die Geburtenrate die höchste ganz Europas! Nicht wenige Flevoländer arbeiten aber immer noch in der Region um Amsterdam und pendeln von Almere, der größten Stadt auf Flevoland über die Hollandse Brug in die Hauptstadt der Niederlande.

Bekannt ist das Naturschutzgebiet Oostvaardersplaasen, dem größten Tiefland-Riedmoorgebiet Europas mit interessanten Tieren wie Seeadlern, Mönchgeiern, Konik-Pferden, Rothirschen und Heckrindern sowie über 250 Vogelarten wie Reiher, Greifvögel, Enten, Gänse und Watvögel.

Die Hauptstadt von Flevoland heißt nicht wie ursprünglich geplant Flevostad, sondern Lelystad. Der Stadt merkt man, genauso wie der gesamten Provinz, das vergleichsweise junge Entstehungsdatum (1967) an. Man findet aber durchaus einige Sehenswürdigkeiten wie dem Aviodrome (Luftfahrtmuseum) am Flughafen mit der letzen flugfähigen Douglas-DC-2.

Eine Besuch wert ist auch das Einkaufszentrum Bataviastad, aber auch die Werft am Hafen, wo historische Schiffe wie die Batavia der Ostindischen Kompanie nachgebaut werden. Interessant ist auch das Poldermuseum.

Noordoostpolder und ehemalige Insel Urk

Neben der Insel Flevoland gehört auch der Noordoostpolder zur Provinz, dieser liegt allerdings auf dem Festland. Hier liegt auch die frühere Insel Schokland, die als Polderlandschaft Schokland zum Welterbe der UNESCO zählt.Wer hier ein Ferienhaus findet, kann in eine sehr spannende Landschaft und Kultur Einblick finden.

Eine besondere Sehenswürdigkeit des Noordoostpolder ist auch die ehemalige Insel und heutiger Küstenort am IJsselmeer Urk. Als älteste Gemeinde der Provinz hat sie einiges an Geschichte zu bieten. Bis heute ist die Fischerei hier ein wichtiger Einnahmeaspekt.

Der Ort ist mit seinem Fischereihafen, den alten Häusern, dem Leuchtturm und einem Heimatmuseum (im Alten Rathaus) spannend und gemütlich zugleich. Die Menschen im Ort gelten als sehr religiös und hielten noch lange an den alten Trachten fest. Bis heute gibt es hier einige bekannte religiöse Chöre und die Menschen unterstützen durch großzügige Spenden Projekte für soziale und gesellschaftliche Anliegen.

 

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